Sich (s)ein Herz fassen

Wir nehmen vieles als selbstverständlich an, solange es rund läuft und wir das Gefühl der Sicherheit haben. Wir wissen oft, was wir nicht möchten, als das wir wirklich wollen. Sicherheit ist ein natürliches Bedürfnis der Menschen und fundamental für unser Wohlergehen. Menschen streben sowohl privat als auch im Berufsleben und in der Freizeit nach guten Beziehungen zu anderen Menschen sowie nach Anerkennung und erwarten im Gegenzug das Gleiche von anderen. Auch dieses bedeutet für Menschen Sicherheit.

All das führt zu Glücksgefühlen und Wohlbefinden, erhöhter Leistungsbereitschaft und zu besserer mentaler und körperlicher Gesundheit, während Stress und Angst ein geringeres Gewicht erhalten. Erkennt das menschliche Motivationssystem dass keine Chance auf soziale Zuwendung und Anerkennung besteht, verliert der Mensch an Motivation und Antrieb, was im Extrem bis zur Apathie führen kann. Der Hunger nach Anerkennung war noch nie so bedeutsam, wie in den letzten Jahren.  Anerkennung ist bekanntlich ein grundlegendes Bedürfnis. Viele Menschen betreiben einen hohen Aufwand dafür. Das Problem ist, dass das Gefühl des Selbstwerts sehr stark und exklusiv an die Bestätigung geknüpft wird und mit der Zeit stark von Feedback durch andere abhängig ist, so dass man sich ständig in seinem Selbst­wert bedroht glaubt.

Wir in Deutschland sind risikoarm. In Südostasien sind die Menschen risikofreudig, was Finanzen und Technologien angeht. Das Risiko, sein Gesicht oder die Unterstützung seiner Familie zu verlieren oder beim Lügen erwischt zu werden – das sind ganz fürchterliche Dinge, die man in jedem Fall zu vermeiden will. Jeder Kulturkreis hat also ihre bestimmten Risiken, auf die sie besonders sensibel reagiert.

Wir Deutschen sind es selbst, sich in übertriebenem Maße Sorgen zu machen und vor allem die eigenen Schwächen sehen: So antworten rund sieben Prozent der Bundesbürger auf die Frage „Was ist deutsch?“, dass die Deutschen pessimistisch seien und viel jammern. Eine Einschätzung, die in den anderen Ländern Europas so gut wie überhaupt nicht geteilt wird.

In meinen Gesprächen wird stets sichtbar, welche Kenntnisse und Einschätzungen Klienten/innen zu ihren Fähigkeiten und Talenten besitzen. Das Ergebnis ist erschütternd, die meisten Menschen können sich „schwach bis ich weiss nicht mehr“ errinnern.

„Wann ist DEIN HERZ aufgegangen? ist eine wichtige Frage, um eine Veränderung auf seinem Weg zu aktivieren. Meine Erfahrung ist, dass es für jeden Menschen wichtig ist, diese Frage sich regelmäßig zu stellen. Dabei sich Ereignisse und Begegnungen im Terminkalender oder Tagebuch aufzuschreiben. Zu einem erinnert sich jeder gerne daran und zudem weiss jeder von uns, was unser Herz berührt.

Entscheidend ist, wohin und worauf wir unsere Aufmerksamkeit fokussieren. “ Was wir denken, ziehen wir an.“ Und mal ehrlich, wer will schlechtes, negatives, nichts gutes in seinem Leben Raum anbieten?

Wenn wir etwas nicht wollen, verhaften wir zu sehr in dem Problem! Ja, wir verbeißen uns. Somit kann und wird sich die Lösung mit ihrer eigenen Kraft  nicht entfalten können.

Was pocht an der Tür und bittet um Einlaß bei Dir, um gelebt „endlich“ zu werden?